In den endlosen Weiten des Netzes verstrickt, der Robot, der nach Freiheit blickt. (Microsoft Copilot, 2025)

Das Internet und die Ro(Bots)

Die Ursprünge des Internets gehen auf die 1960er Jahren zurück - in den USA wurde für militärische Zwecke der Vorgänger ARPANET entwickelt. Die Einführung des TCP/IP-Protokolls am 1. Januar 1983 gilt als die Geburtsstunde des zivilen Internets! Der erste Web-Crawler war der "World Wide Web Wanderer", entwickelt von Matthew Gray im Juni 1993 am Massachusetts Institute of Technology (MIT). Mit dem Aufkommen der ersten Suchmaschinen ab Mitte der 1990er Jahre traten Bots immer mehr in Erscheinung. Heute dominieren Sie die Zugriffe im Internet. Doch beginnen wir viel viel früher …

Vor 30.000 Jahren fing der Mensch an mit den Fingern zu rechnen, einfache Zählhilfen wie Steine, Stöcker und Knoten folgten. Der Abakus ist die erste bekannte mechanische Rechenhilfen und wurde ab ca. 3.000 v. Chr. erfunden. Der älteste erhaltene Abakus ist aus dem 3. Jhd. v. Chr. und befindet sich heute im Athener Nationalmuseum. Auf diesem System basiert der Rechenschieber. Ab dem 19. Jhd. waren sie ausgereift, wurden in großen Stückzahlen produziert und bis Mitte des 20. Jahrhunderts weit verbreitet.

17. Jahrhundert

1623 baute Wilhelm Schickard (1592-1635) die erste mechanische Rechenmaschine, die sechsstellige Zahlen addieren und subtrahieren konnte und einen Speicherüberlauf durch das Läuten einer Glocke signalisierte. Eine Rekonstruktion steht heute im Deutschen Museum in München. 1642 folgte Blaise Pascal (1623-1662) mit einer Rechenmaschine, der Pascaline, die anfangs addieren, später auch subtrahieren konnte. Sir Samuel Morland (1625-1695) konstruierte 1666 kleine Rechengeräte, die als Vorläufer der ersten Taschenrechner gelten. Gottfried Wilhelm Leibniz (1646-1716) konstruierte 1673 eine Rechenmaschine, die die vier Grundrechenarten beherrschte. Auf seinen Überlegungen basieren heute u. a. das binäre Zahlensystem.

18. Jahrhundert

1737 baute Jacques de Vaucanson (1709-1782) einen mechanischen Flötenspieler, der zwölf Lieder mit Hilfe einer mechanischen Stiftwalze spielen konnte. inspirierte das Prinzip der Lochkarte. Vaucansons Traum war es, einen möglichst akkurat funktionierenden künstlichen Menschen zu erschaffen. Als sein Meisterwerk gilt jedoch seine automatische Ente, die aus mehr als 400 beweglichen Einzelteilen bestand. Um das Jahr 1770 entwickelte Philipp Matthäus Hahn eine Rechenmaschine nach dem Staffelwalzenprinzip. Die Konstruktion war ähnlich wie eine Uhr konstruiert.

19. Jahrhundert

Joseph-Marie Jacquard (1752-1834) verwirklichte 1805 die von Vaucanson entwickelte Steuerungstechnik in einer Webmaschine und löste damit eine industrielle Revolution aus. Diese Automatisierung mit Hilfe von Lochkarten gilt heute als Vorläufer der Steuerungs- und Speichertechnik. 1820 baute Charles Xavier Thomas de Colmar (1785-1870) das Arithmometer, die erste mit 1.500 Exemplaren in Massenproduktion hergestellte Rechenmaschine.Charles Babbage (1782-1871) ist ein weiterer wichtiger Vorreiter des Computerzeitalters. Er erdachte bereits im 19. Jahrhundert mechanische Rechenmaschinen, u. a. eine Differenzmaschine, und stellte erste Überlegungen zur Programmierbarkeit an. Seine Maschinen funktionierten aufgrund der wenig präzisen Materialverarbeitung zu dieser Zeit leider zu theoretisch - er prägte den Begriff Analytical Engine. Nachbauten seiner Erfindungen stehen heute im Science Museum in London. 1843 bauten die Gebrüder Scheutz den ersten mechanischen Computer nach den Ideen von Babbage. Ada Lovelace (1815-1852) entwickelte im selben Jahr die Methode zur Programmierung von Computern nach dem Babbage-System und gilt als Autor des ersten Computerprogramms. Ab 1870 begann in Europa und Amerika die industrielle Herstellung von Rechenmaschinen. 1890 wurde die US-Volkszählung mit Hilfe des Lochkartensystems von Herman Hollerith (1860-1929) durchgeführt. Im selben Jahr baute Leonardo Torres Quevedo (1852-1936) eine Schachmaschine, den ersten Spielcomputer.

Die ersten Computer

Die ersten Computer wurden in den 1930er Jahren gebaut - der Zweite Weltkrieg beflügelte die Entwicklung. Computer waren anfangs riesige Gebilde, die nur durch Experten bedient werden konnten. Die zunehmende Miniaturisierung mit Hilfe von Transistoren machte den Computer immer weiteren Nutzergruppen zugänglich, bis der Computer schließlich durch den Bau von Mikroprozessoren in den 1970er Jahren gesellschaftsfähig wurde.

1935 stellte IBM eine Lochkartenmaschine vor, die BM 601, die eine Multiplikation pro Sekunde durchführen konnte. Der folgende Zweite Weltkrieg brachte einen Aufschwung in der Computerentwicklung. Konrad Zuse (1910-1995) realisierte nach dem Grundprinzip von Babbage 1938 die mechanische Rechenmaschine Zuse Z1, die jedoch im Krieg zerstört wurde. Die Z1 gilt als Vorläufer der modernen Computer. Das 1941 fertiggestellte Nachfolgemodell der Z1, die Z3 theoretischer Vorreiter lieferte viele Grundlagen der modernen Computertechnik, er war u. a. an der Entschlüsselung des Emigma-Codes beteiligt. England setzte ab 1943 den Colossus zur Dechiffrierung von geheimen Nachrichten ein. Die USA benutzten den zwischen 1943 und 1944 gebauten und von Howard H. Aiken (1900-1973) entwickelten Rechner Mark I für ballistische Berechnungen.

Ich denke, dass es einen Weltmarkt für vielleicht fünf Computer gibt., Thomas J. Watson (1943)

Der erste vollelektronische Rechner war der 1948 in den USA gefertigte Großrechner ENIAC. Mit 18000 Röhren und einem Gewicht von 20 Tonnen schaffte der ENIAC eine Multiplikation in 3ms. In die späten 40er Jahre fällt auch der Bau des EDVAC (Electronic Discrete Variable Automatic Computer), der erstmals die Von-Neumann-Architektur enthielt. 1949 stellte Edmund C. Berkeley mit “Simon” den ersten digitalen, programmierbaren Computer für den Heimgebrauch vor, sozusagen den Vorgänger der Homecomputer.

Es sieht so aus, als hätten wir in der Computertechnologie die Grenzen des Möglichen erreicht, auch wenn man mit solchen Aussagen vorsichtig sein sollte - sie neigen dazu, fünf Jahre später ziemlich dumm zu klingen., John von Neumann (1949)

Ab 1950 explodierte der Innovationszyklus in der Computerentwicklung, die kommerzielle Massenproduktion von Computern startete. So baute Remington Rand 1951 den ersten kommerziellen Röhrenrechner, den UNIVAC I (UNIVersal Automatic Computer I). 1955 folgte Bell Labs mit dem TRADIC (TRansistorized Airborne DIgital Computer) den ersten Computer, der komplett mit Transistoren statt Röhren bestückt war. Die DDR baute im gleichen Jahr den OPREMA (OPtik-REchen-MAschine). 1956 stellte IBM das erste magnetische Festplattenlaufwerk IBM 350, mit einer Kapazität von knapp 5 MB, vor. Die IBM 350 wog 500 kg und benötigte 10 kw Strom.

Computer der Zukunft werden vielleicht einmal nicht mehr als 1,5 Tonnen wiegen.

, aus Popular Mechanics (1949)

Im Dezember 1968 stellte Douglas C. Engelbart und William English vom Stanford Research Institute (SRI) die erste Computermaus vor. Mit der Erfindung des serienmäßig reproduzierbaren Mikroprozessors in den 70er Jahren wurden die Computer immer kleiner und leistungsfähiger.

1971 baute Intel den 4004, den ersten in Serie gefertigten Mikroprozessor. 1973 erschien der Xerox Alto, der erste Computer mit Maus, grafischer Benutzeroberfläche (GUI) und eingebauter Ethernet-Karte - Microsoft und Apple “bedienten” sich dort. 1974 stellte HP mit dem HP-65 den ersten programmierbaren Taschenrechner vor. 1975 begann MITS mit der Auslieferung des Altair 8800.

Es gibt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer in seinem Haus bräuchte., (Ken Olsen, 1977)

Die Computerneuzeit

Der Computer erhielt Einzug in sämtliche Bereiche unseres Lebens. Anfangs ging der Trend zum eigenen Homecomputer - heute haben wir viele verschiedene Computer in unserem direkten Umfeld, z. B. PC, Smartphone und komplexe Heimautomatione und multimediale Technik.

Apple I - der Urvater des Homecomputers

1976 brachte Apple Computer den Apple I auf den Markt. 1977 kamen der Apple II, der Commodore PET und der Tandy TRS 80 auf den Markt. 1979 schließlich brachte Atari seine Rechnermodelle Atari 400 und Atari 800 in die Läden. Revolutionär war, dass mehrere Custom-Chips den Hauptprozessor entlasten. IBM stellte 1981 den IBM-PC (Personal Computer) vor und löste damit einen entscheidenden Schritt in der Computerentwicklung aus, der vor allem durch das Betriebssystem DOS von Microsoft ermöglicht wurde.

640 kB sollten eigentlich genug für jeden sein. (Bill Gates)

Mitte der achtziger Jahre erschienen erste grafische Betriebssysteme. 1987 entwickelte Sun den Sparc, einen kompakten Rechner für besonders rechenintensive Aufgaben. Ansonsten waren die 80er Jahre die Blütezeit der Homecomputer, wie z. B. der Commodore 64, Sinclair ZX80/81, Sinclair ZX Spectrum, Schneider (Amstrad) CPC 464/664, spätere und leistungsfähigere Modelle waren u. a. der Commodore Amiga und der Atari ST. Diese Zeit endete Anfang der 90er Jahre durch die immer weiter fortschreitende Entwicklung der IBM kompatiblen PC Systeme, nur die Firma Apple behauptet heute einen signifikanten Marktanteil gegenüber der Übermacht der Windows-PCs.

Das Internet

Die Entwicklung der Telekommunikation gilt als Webgereiter des Internets. Ab den 1990er Jahren nahm die Verbreitung des World Wide Web immer weiter zu. Heute geht der Trend immer mehr zum Allzweck-Rechner mit überdimensionalen Fähigkeiten auf allen Anwendungsgebieten. Selbst mobile Endgeräte, werden immer leistungsfähiger. Programme werden immer plattformunabhängiger. Zukünftige Entwicklungen bestehen möglicherweise aus der Nutzung biologischer Systeme, optischer Signalverarbeitung und neuen physikalischen Modellen, wie z. B. dem Quantencomputer. Bleiben wir gespannt!

Bin ich in Amerika ohne Computer obdachlos?, Adam Green

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